Selbstverständnis

GenderCat ist eine kleine Gruppe in Dresden, die sich erstmals im Sommer 2012 gegründet hat, um anlässlich des Hechtfestes ein geschlechtersensibles Puppentheater für kleine (und große) Kinder zu organisieren.
Wir alle erleben und beobachten sowohl in unserem privaten als auch in unserem beruflichen Kontext vielfältige geschlechterstereotype Verhaltensweisen und Situationen, bei Erwachsenen genauso wie schon bei den Kleinsten im Kindergartenalter. Wir nehmen selbst im so genannten “Zeitalter der Emanzipation” Männer immernoch häufig als die “Macher”, die “Agierenden”, die “Praktiker” wahr und die Frauen hingegen als die “Passiven”, die “Beobachterinnen”, als das “schöne Geschlecht”. Was sich wiederum auf das Verhalten der Kinder auswirkt, indem Eltern und andere Erwachsene als Vorbilder fungieren und ihre eigene Erlebnis- und Erfahrungswelt bzw. Vorstellungen von Geschlechterrollen, meist unbewusst, an (ihre) Kinder weitergeben.
Aussagen von kleinen Kindern wie: „Dinosaurier sind nichts für Mädchen…“ oder “Jungen dürfen nicht mit Puppen spielen…” finden wir ganz gruselig, denn warum sollen die Kinder nicht frei entscheiden dürfen, womit sie spielen wollen? Auch die frühzeitige Manipulation junger Menschen hinsichtlich einer bestimmten geschlechtsspezifischen Kleiderordnung, wie sie sich vor allem im Rosa für Mädchen und im Blau für Jungen zeigt, können wir so nicht akzeptieren. Genauso wenig wie geschlechtsspezifisch festgelegte Spielsachen, von denen wohl die bekanntesten Lillifee und Bob der Baumeister heißen. Wir wissen, dass dies ein Bild von vielen ist, an denen sich Kinder orientieren, aber nicht die einzige richtige Art und Weise!
Wir gehen davon aus, dass jeder Mensch in erster Linie als Mensch zur Welt kommt und sich erst im Laufe der Zeit zum Jungen oder zum Mädchen entwickelt. Wir sind davon überzeugt, dass der Mensch sich vor allem durch Sozialisationsfaktoren (Erziehung, gesellschaftliche Einflüsse, Kultur…) hin zu einem Mann oder einer Frau entwickelt. So, wie auch Simone de Beauvoir es formulierte: „Man kommt nicht als Frau zur Welt, man wird es.“ Wir versuchen, die Menschen als Individuen zu verstehen, unter Berücksichtigung der Herkunft, der Hautfarbe, des Geschlechts und des sozialen Status. Grundsätzlich sind wir alle gleich und besitzen zumindest theoretisch die gleichen Rechte. Aber im Sinne der Intersektionalität verstehen wir die genannten Faktoren als Merkmale, welche immer wieder verschiedenste Formen von Benachteiligung hervorrufen können. Deshalb möchten und müssen wir die vielfältigen Diskriminierungsformen in unserer Arbeit stets mitdenken.

Was wollen wir?

Die in unserer Gesellschaft vorherschenden Geschlechterstereotypen sehen wir sehr kritisch. Wir wollen aufzeigen, dass es für Mädchen und Jungen mehr zu erleben und zu erforschen gibt als das „rosa Schminkset“ und den „rasanten Lightning Mc Queen“. Wir wollen Hemmungen und Vorurteile hinsichtlich einer gendersensiblen Pädagogik abbauen, wollen neue Wege aufzeigen und das alles auf eine möglichst unterhaltsame Art und Weise. Unsere Zielgruppe sind Kinder, Jugendliche, Familien und Erwachsene. Speziell Eltern, Erzieher_innen, Tagespflegepersonen und alle, die sich für dieses Thema interessieren. Gendersensible Arbeit kann vielfältige Formen annehmen, auch in unserer Gruppe. Unser Hauptmedium ist das Puppentheater, wodurch wir versuchen, festgefahrene Rollenklischees aufzubrechen und andere Lebensweisen darzustellen, indem eben der Prinz keine Prinzessin heiratet, sondern sich in einen Prinzen verliebt. Des Weiteren sind wir ständig dabei, neue geschlechterbewusste Literatur, Filme und Musik für Kinder zu suchen, zu sammeln und als Empfehlung für die Öffentlichkeit zusammen zu stellen. Wir denken uns auch selbst Geschichten für Kinder aus oder schreiben traditionelle Märchen um und verarbeiten diese weiter im Puppentheater oder in (Hör-)Büchern. Außerdem organisieren wir Infostände z.B. bei Stadtfesten. Wir unterstützen Aktionen und Gruppen, welche im Sinne unseres Konzepts für (mehr) Geschlechtergerechtigkeit einstehen und kämpfen. Im Rahmen des Gendertrainings bieten wir auch spezielle Workshops und Seminare für pädagogische Fachkräfte, Eltern und weitere Interessierte an.

Unsere GenderCat will auf Missstände aufmerksam machen, sie akzeptiert keine Diskriminierung und Ausgrenzung, sie fordert das gleiche Recht für alle!